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14. 05.2012: Start Kurs Babymassage VHS

Lese- Rechtschreibschwäche- und Rechenschwäche

 

Von Legasthenie (Lese- Rechtschreibstörung) spricht man, wenn die Lese-Rechtschreibleistung unter dem Niveau liegt, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der angemessenen Beschulung zu erwarten ist.

Ausschlusskriterien: längere Fehlzeit in der Schule, psychische Probleme oder Gehirnverletzungen

 

Wie erkenne ich ob mein Kind betroffen ist? – „Typische“ Fehler:

Lesen:

 Auslassen, Verdrehen oder Hinzufügen von Wörtern oder Wortteilen

 Niedrige Lesegeschwindigkeit

 Ersetzen von Buchstaben, Silben und Wörtern

 Startschwierigkeiten beim Vorlesen, langes Zögern oder Verlieren der Zeile im Text

 Vertauschen von Wörtern im Satz oder von Buchstaben in den Wörtern

 Schwierigkeiten bei Doppellauten

 Unfähigkeit Gelesenes wiederzugeben, zusammenzufassen, daraus Schlüsse zu ziehen bzw. Zusammenhänge zu sehen

 Gebrauch von „Hausverstand“ anstelle von Textinhalt bei der Beantwortung von Fragen

Schreiben:

 Buchstabenverdrehungen

 Reihenfolgefehler (Buchstaben innerhalb eines Wortes)

 Regelfehler (kein/wenig Regelwissen, z.B. Groß-Kleinschreibungsfehler, Ableitungsfehler…)

 Auslassungen (Buchstaben und/oder Silben werden weggelassen)

 Fehlerinkonstanz, d.h. z.B. dass ein Wort auf vielfache Weise falsch geschrieben wird

 

Sekundäre Symptomatik:

…bezieht sich auf die seelischen und körperlichen Auswirkungen des Erlebens dieser Schwierigkeiten beim Kind.

 

Wie kann mein Kind gefördert werden?

Zuerst ist es notwendig genau festzustellen wo das Kind Schwächen hat und was es bereits kann. Dann kann ein individuell zugeschnittener Förderplan erstellt werden.

Schreiben

 Schwierigkeiten beim lautorientierten Schreiben (d.h. Wörter die genau so geschrieben werden, wie sie gesprochen werden, werden falsch geschrieben)

- Übungen zur Lautanalyse

 Schwierigkeiten beim orthographischen Schreiben (d.h. Regelwissen ist nicht/wenig vorhanden, Wörter mit „besonderen“ Schreibungen werden falsch geschrieben)

- Aufbau eines Gedächtnisspeichers für Wortschreibungen bzw. Wortbilder

- ev. auch Regelwissen

Lesen

 Defizite beim synthetischen Lesen (Lesen lernen, Buchstaben müssen noch entziffert werden…)

- Übungen zur Lautanalyse

- Systematisches Einüben der Buchstabe-Laut-Beziehung

- Übungen zum Zusammenlauten

 Defizite der automatischen, direkten Worterkennung

- Übungen zur Wortanalyse

- Übungen zur Erhöhung der Worterkennungsgeschwindigkeit

- Erhöhung der Leseflüssigkeit

 

Rechenschwäche

Von Dyskalkulie (Rechenstörung) spricht man, wenn die Rechenleistung unter dem Niveau liegt, das aufgrund des Alters, der allgemeinen Intelligenz und der angemessenen Beschulung zu erwarten ist.

Ausschlusskriterien: längere Fehlzeit in der Schule, psychische Probleme oder Gehirnverletzungen

Wie erkenne ich ob mein Kind betroffen ist? – „Typische“ Fehler:

 Eins-zu-eins-Zuordnung gelingt nicht

 Vorwiegend ordinale Zahlvorstellung

 Kein Weiterzählen beim zählenden Rechnen

 Keine „Fingerbild“ der Zahlen bis 9

 Irregeleitete Zählmechanik

 Zahlenzerlegungen gelingen nicht

 Willkürliche Verknüpfung von Zehnern und Einern

 Anhaltende Zahlendreher

 Zehnerüberschreiten als Dauerproblem

 Keine „Größenvorstellung“

 Kleines 1mal1 wird nicht gespeichert

 1mal1 klappt, 1in1 dauerhaft nicht

 Unverständnis bei einfachen Textanwendungen

Zunehmende psychische Verzweiflung, Eröffnung des „Teufelskreises Lernstörung“

 

Wie kann mein Kind gefördert werden?

 Ausgangspunkt jeder Förderung: „Denkanalyse“

 Mit rechenschwachen Kindern muss ein mathematischer Neuaufbau unternommen werden

 Die Förderung muss auf Verständnis, auf Einsicht in mathematische Zusammenhänge abzielen

 Material und Anschauung dürfen verwendet, müssen aber wieder entbehrlich gemacht werden

 Einzelförderung und Befreiung von Lehrplanzwängen

 Psychische Entlastung im „Gesamtsystem“

 

Die Basis jeglicher Förderung liegt in der Beziehung zum Kind und im Verständnis seiner Situation.